Während die Kfz Haftpflichtversicherung vorgeschrieben ist, ist die Rechtsschutzversicherung für das Fahrzeug keine Pflichtversicherung. Viele Autofahrer meinen, dass sie bei Unfällen im Straßenverkehr ausreichend durch die Kfz Haftpflicht abgesichert sind. Doch Streitigkeiten rund um das Fahrzeug können sehr teuer werden, nicht nur bei Unfällen. Warum die in der Überschrift genannte Frage mit einem eindeutigen "Ja" beantwortet werden kann, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Warum Kfz Rechtsschutz? Reichen Kfz Haftpflicht und Kaskoversicherung nicht aus?

Kfz Haftpflichtversicherung, Kaskoversicherung, Verkehrsrechtsschutzversicherung. Vielen ist der Unterschied zwischen diesen Versicherungen gar nicht klar bzw. werden die Versicherungen teilweise gleichgesetzt. Gerade in Hinblick auf die Entscheidung, ob eine Kfz Rechtsschutzversicherung sinnvoll ist, ist es aber wichtig, die Unterschiede zu kennen:

Kfz Haftpflichtversicherung:

  • nur ein "passiver" Rechtsschutz, d.h. Versicherung kommt für Schäden Dritter auf
  • Übernahme von Kosten, die an anderen Fahrzeugen entstehen

Kaskoversicherung:

  • Vollkasko: Übernahme von selbst verursachten Schäden
  • Teilkasko: Übernahmen bei Fahrzeugdiebstahl und nicht selbstverursachten Schäden am Fahrzeug, z.B. durch Sturm, Hochwasser
  • abhängig vom Versicherungsumfang sind auch Fahrerflucht und Vandalismus mit versichert

Kfz Rechtsschutzversicherung:

  • Versicherung kommt dann zum Tragen, wenn Sie eigene Ansprüche gegenüber Dritten geltend machen möchten, z.B. Schadensersatzansprüche
  • greift auch dann, wenn die gegnerische Kfz Haftpflicht die Haftung ablehnt

Die drei Versicherungen decken grundsätzlich unterschiedliche Fälle im Verkehrsbereich ab, wobei die Kfz Rechtsschutzversicherung als eine Ergänzung zur Kfz Haftpflicht zu verstehen ist. Eine sehr sinnvolle Ergänzung, wie die folgenden Details zu den Versicherungsinhalten zeigen.

Merkmale der Kfz Rechtsschutzversicherung – Was bietet der Versicherungsschutz?

Mit der Versicherung werden folgende Kosten übernommen:

  • Anwaltskosten
  • Gerichtskosten
  • Zeugengelder
  • Kosten für erforderliche Gutachten
  • Kosten der gegnerischen Partei

Die Kfz Rechtsschutzversicherung bezieht sich auf den Versicherungsnehmer und alle Fahrzeuge, die auf ihn zugelassen sind. Viele Versicherer bieten zudem kostenpflichtige Erweiterungen, um weitere Personen mit aufzunehmen. Sie können also Ihre gesamte Familie in der Kfz Rechtsschutzversicherung mit versichern. Die meisten Policen schließen auch Fälle ein, in denen der Versicherungsnehmer als Fahrgast im ÖPNV, als Fahrradfahrer oder Fußgänger unterwegs ist. Zudem bietet Ihnen die Kfz Rechtsschutzversicherung Hilfe in den Bereichen Vertragsrecht, Sachenrecht und Verwaltungsangelegenheiten, z.B. bei Problemen beim Autokauf, einem Leasingvertrag oder beim Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid.

Da rechtliche Auseinandersetzung im Verkehrsbereich sehr teuer ausfallen können, bei Personen- ebenso wie bei Sachschäden, sollten Sie mindestens eine Deckungssumme von 500.000 Euro wählen.

Die Angebote und Leistungen sind je nach Versicherer sehr unterschiedlich. Sie sollten die Police dahingehend prüfen, welche Bereiche Sie wirklich benötigen.

Fazit:

Eine Kfz Rechtsschutzversicherung ist auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung zur Kfz Haftpflichtversicherung. Insbesondere beim Streit um Schuldfragen und für Schadensersatzanforderungen macht sich die Rechtsschutzversicherung für das Fahrzeug bezahlt. Zudem sind mit der Versicherung viele weitere Streitfälle abgedeckt, in denen anwaltliche Unterstützung von Vorteil ist, z.B. bei Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr oder bei Problemen mit Fahrzeugverträgen.

 

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